Soziales Engagement bei der Hommel+Keller Gruppe

Auszubildende lernen den Alltag im Kinderheim Rodt in Loßburg kennen

Gesellschaftliche und soziale Verantwortung gerät  in der heutigen Zeit oft in Vergessenheit – nicht so bei der Hommel+Keller Gruppe in Aldingen. Dort engagieren sich Mitarbeiter regelmäßig in ausgewählten sozialen Projekten. Dieses Mal waren die Auszubildenden an der Reihe. „Leider steht soziales Bewusstsein bei der Ausbildung nicht auf dem Lehrplan. Aber gerade für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen ist es von ganz besonderer Bedeutung, sich für andere zu engagieren und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen“, erklärt Sigmund Grimm, Geschäftsführer der Hommel+Keller Gruppe.

Ein geeigneter Kooperationspartner fand sich schließlich mit dem Kinderheim Rodt in Loßburg. Als christlich-diakonische Einrichtung der Bruderhaus Diakonie unter der Leitung von Edwin Benner und dessen Stellvertreterin Cornelia Müßigmann, hat es sich das Kinderheim Rodt zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen die Chance auf gelingendes Aufwachsen, auf Förderung und Schutz zu bieten und ihnen und ihren Familien in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen. Die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse der jungen Menschen ernst zu nehmen, ihnen Grenzen aufzuzeigen aber auch ausreichend Freiräume zu lassen und Werte für ein eigenständiges Leben zu vermitteln steht dabei im Vordergrund. Von der Kinderkrippe über Kindergarten und Schule bis hin zur Berufsausbildung werden Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen betreut.

Im April stellten sich dann fünf Auszubildende von Hommel+Keller aus dem kaufmännischen  und technischen Bereich der Herausforderung. Sie nahmen eine Woche lang am Alltag der Kinder und Jugendlichen im Kinderheim Rodt in Loßburg teil und erlebten hautnah, mit welchen Problemen und Ängsten diese zu kämpfen hatten und wie umfassend, konsequent und dabei liebevoll die Betreuung sein muss, um allen gleichermaßen gerecht zu werden.

Mit gemischten Gefühlen traten die Auszubildenden von Hommel+Keller ihren Dienst in jeweils unterschiedlichen Wohngruppen mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 -  17 Jahren an, denn letztendlich erwartete sie ein Sprung ins kalte Wasser. „Wir waren schon ein wenig nervös, weil wir nicht wussten, was uns erwartet. Die Betreuer/-innen haben uns aber so herzlich aufgenommen und ins Tagesprogramm integriert, dass wir uns schnell wohlgefühlt haben“, versicherten die Auszubildenden einhellig. „Von der Unterstützung beim Lernen und bei den Hausaufgaben über gemeinsames Einkaufen und Kochen bis hin zu Freizeitbeschäftigungen wie z.B. Fußball oder Billard spielen etc. – wir waren den ganzen Tag gefordert. Das war manchmal sehr anstrengend, denn bei so vielen Kindern und Jugendlichen auf engem Raum ist Ärger fast schon vorprogrammiert.  Aber wir haben Spaß gehabt, viel gelernt und wurden in der Gruppe auch schnell akzeptiert.“

Die Kinder und Jugendlichen, die im Kinderheim Rodt betreut werden, stammen aus unterschiedlichsten sozialen und familiären Verhältnissen und haben teilweise sehr traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Unter ihnen sind z.B. auch Flüchtlingskinder aus Syrien,  Afrika oder dem Iran. „Um die persönlichen und kulturellen Differenzen zu überbrücken, ist sehr viel Fingerspitzengefühl und Verhandlungsgeschick notwendig. Da muss man Kompromisse schließen können und darf sich nicht mit Vorurteilen aufhalten“, stellten die Auszubildenden von Hommel+Keller fest und zeigten sich beeindruckt von der unermüdlichen Arbeit der Betreuer, die praktisch rund um die Uhr abwechselnd im Einsatz sind. Eine Besonderheit im Programm des Kinderheims Rodt ist die Reittherapie. Dort lernen die Kinder im Umgang mit den Pferden, wieder Vertrauen zu fassen sowie Selbstwert- und Verantwortungsgefühl zu entwickeln.

Nach einer Woche sind sich die Projektteilnehmer der Hommel+Keller Gruppe einig: „Dieses Erlebnis möchten wir nicht missen. Wir haben sehr viel über den Umgang mit Menschen gelernt und nicht zuletzt auch über uns selbst. Als wir die Lebensgeschichten so mancher Kinder gehört haben, ist uns bewusst geworden, wie gut wir es doch haben“. Auch die Kinder und Jugendlichen des Kinderheims Rodt haben sich über den Besuch der Auszubildenden gefreut und die gemeinsame Zeit als eine respektvolle Begegnung auf Augenhöhe wahrgenommen.

Für die Unterstützung beim Projekt und die herzliche Aufnahme der Auszubildenden bedankte sich Geschäftsführer Sigmund Grimm bei Edwin Benner und Cornelia Müßigmann und freut sich auf weitere Projekte. Ein Besuch der Jugendlichen des Kinderheims Rodt bei der Hommel+Keller Gruppe in Aldingen ist bereits in Planung. Ein Firmenrundgang sowie die Vorstellung der einzelnen Ausbildungsberufe und ein Blick in die einzelnen Arbeitsbereiche werden dann auf dem Programm stehen.