Lehrer und Schule sind keine Feinde

Was erwarten Unternehmen von Ihren Auszubildenden?
Hommel+Keller und Referent Karl-Otto Kaiser verraten worauf es wirklich ankommt.


„Wer glaubt, heute etwas Neues und Interessantes zu erfahren? Keiner? Dachte ich mir, sonst hätten zumindest einige etwas zu schreiben dabei“. Provozierend, fordernd und mitreißend sichert sich Karl-Otto Kaiser am vergangenen Donnerstag gleich zu Beginn die Aufmerksamkeit der Jugendlichen der Klassen 8 - 10 der Gemeinschaftsschule Aldingen. Der Marketingexperte ist Lehrer an der Berufsschule Göppingen und punktet in seinem Vortrag in der Erich-Fischer-Halle mit Beispielen aus der Praxis, in denen sich die Zuhörer wiedererkennen. „Wenn es darum geht, am Samstag um 2 Uhr noch ins hinterletzte Dorf auf die Party zu kommen, kennt die Kreativität der jungen Leute keine Grenzen. Muss über die Hauaufgaben aber länger als 3 Minuten nachgedacht werden, ist das gleich eine unlösbare Aufgabe“, bringt es Kaiser auf den Punkt.

Zuverlässigkeit für Unternehmen an erster Stelle
Dabei spielen die Hausaufgaben eine überaus wichtige Rolle im Gesamtpaket Schule. Wer regelmäßig die Hausaufgaben macht und pünktlich zum Unterricht erscheint, beweist Zuverlässigkeit. Eine Eigenschaft, auf die künftige Arbeitgeber besonders großen Wert legen. Ebenso sind Höflichkeit und gute Umgangsformen unerlässlich, wenn die Jugendlichen Ihren Weg ins Berufsleben starten. „Das muss bereits während der Schulzeit sitzen. Da könnt ihr nicht so einfach den Hebel umlegen“, plädiert Kaiser an seine Zuhörer. Auch die Eltern im Publikum fordert er auf, das Sozialverhalten ihrer Kinder zu fördern. „Nicht nur die Noten zählen, sondern vor allem die innere Einstellung. Wenn die stimmt, steigen die Leistungen automatisch“, so Kaiser. Dass die Lehrer und die Schule keine Feinde sind, die es zu bekämpfen gilt, sondern Verbündete in der Entwicklung zu team- und konfliktfähigen Berufsanfängern, haben leider noch nicht alle Jugendlichen verstanden. So hält sich in Deutschland immer noch hartnäckig der Ausdruck „Streber“ für Schüler, die besonders zielstrebig und fleißig arbeiten. „Ein absolutes No-Go“, ärgert sich Kaiser. „In anderen Ländern ist es selbstverständlich, dass jeder Schüler sein Bestes gibt und dass man sich gegenseitig hilft.“  Wie wichtig die Sozialkompetenz im Berufsleben tatsächlich ist, beweist seine Geschichte einer ehemaligen Schülerin, die es sogar ohne Schulabschluss, dafür aber mit Aufgeschlossenheit, Höflichkeit und Disziplin geschafft hat, eine erfolgreiche Ausbildung zu absolvieren und später die Leitung einer Einzelhandelsfiliale zu übernehmen.

Fundierte Ausbildung als Karrieresprungbrett
Engagiert wurde der  Referent von der in Aldingen ansässigen Hommel+Keller Gruppe, deren Mitarbeiter das Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit Herrn Häberle, dem stellvertretenden Direktor der Gemeinschaftsschule Aldingen organisierten. „Mit einer überdurchschnittlichen Ausbildungsquote von 14% freuen wir uns immer über motivierte junge Leute, die bei uns eine Ausbildung machen wollen“, betont Annika Villing, Personalreferentin bei Hommel+Keller. „Jugendliche, die sich bereits während der Ausbildungszeit engagiert und eigenverantwortlich für die Firma einsetzen, haben bei uns hervorragende Aufstiegschancen“. Die zahlreichen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten der vier Unternehmen innerhalb der Firmengruppe präsentierte Nadine Schäfer, Auszubildende zur Industriekauffrau im dritten Lehrjahr. Sie machte vor allem auch den weiblichen Zuhörern im Publikum Mut, sich Ziele zu stecken: „Bei Hommel+Keller sind aktuell 50% der Führungspositionen mit weiblichen Mitarbeitern besetzt“.   

Kooperation von Schule und Unternehmen
Beim abschließenden Stehempfang war Karl-Otto Kaiser als Gesprächspartner sehr gefragt. Fachliche Fragen über die Ausbildungsberufe bei Hommel+Keller beantworteten Mitarbeiter und aktuelle Auszubildende der Unternehmensgruppe. „Dieser Abend in Kooperation mit der Gesamtschule Aldingen ist sehr gut gelungen. Auf die nachfolgende Resonanz sind wir gespannt“, so Annika Villing.

Ausbildungsberufe bei Hommel+Keller
Industriekaufmann/-frau, Industriemechaniker/in, Zerspanungsmechaniker/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Technische/r Produktdesigner/in, Werkstoffprüfer/in, Studium Plus Maschinenbau und Mechatronik.